"Für mich steht am Ende immer der Mensch im Mittelpunkt. Wenn wir, auch über Ländergrenzen hinweg offen miteinander arbeiten, uns zuhören und gemeinsam wachsen, entsteht eine Stärke, die weit über Technik hinausgeht. Genau diese Mischung macht meine Arbeit bei Proact für mich so besonders."
Lisa Hengelein, Head of Connectivity
Kannst du uns ein wenig über deine Rolle als Head of Connectivity bei Proact erzählen?
Ich bin seit über sechs Jahren bei Proact und war ursprünglich für alle Techniker zuständig. Ich komme eigentlich aus dem Software‑ und Application‑Support, nicht aus der tieferen Technik, und war eine der ersten Führungskräfte, die explizit wegen der Führungsrolle eingestellt wurden. Heute führe ich unser Connectivity-Team, habe zwei großartige technische Teamleads an meiner Seite und kümmere mich stark um Themen wie Teamführung, Teamentwicklung, Eskalationen und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Besonders ist, dass wir als Connectivity-Team für die gesamte Proact-Gruppe arbeiten. Ich bin daher viel im Austausch mit anderen Ländern, nehme Anfragen auf, arbeite Angebote mit aus und bin oft die Schnittstelle zwischen Technik, Sales und Service Delivery Management. Und obwohl Head of Connectivity offiziell mein Titel ist, umfasst mein Job so viel mehr: Abrechnung, Prozesse, ServiceNow, Schulungen und generell das Voranbringen der Organisation.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Ich bin Frühaufsteherin und sitze meist schon gegen 7:30 Uhr am Schreibtisch. Die erste ruhige Stunde nutze ich, um anzukommen und Dinge aufzuarbeiten. Etwa die Hälfte meines Tages besteht aus Meetings: Jour Fixes, 1:1s, Abstimmungen mit der Gruppe oder regelmäßige Service-Meetings. Die andere Hälfte nutze ich flexibel, um auf Fragen zu reagieren, im Service Now Themen zu unterstützen oder im Reporting den Überblick zu behalten. Ich arbeite bewusst nachmittags ohne viele Blocker im Kalender, damit mein Team mich jederzeit erreichen kann. Gegen 16:30 Uhr mache ich meist Feierabend und gehe mit meinem Hund Gassi. Ich genieße den frühen Start und frühen Schluss sehr.
Welche persönlichen oder fachlichen Fortschritte hast du bei Proact gemacht?
Auch wenn ich vorher schon Führungserfahrung hatte, haben mich die vergangenen sechs Jahre enorm weiterentwickelt. Vor allem darin, klarer zu führen, Grenzen zu setzen und gleichzeitig empathisch zu bleiben. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, musste aber lernen, auch mal deutlicher zu werden, wenn es nötig ist. Fachlich bin ich tiefer in Themen wie ITIL, Service-Prozesse oder zuletzt durch meine Kolleg:innen bei Proact auch in KI-Themen eingestiegen. Die internationale Zusammenarbeit liebe ich besonders, weil sie meinen Blick noch einmal sehr erweitert hat. Insgesamt bin ich heute selbstbewusster, klarer und breiter aufgestellt als zu Beginn.
Was zeichnet Proact deiner Meinung nach als Arbeitgeber aus?
Für mich ist der größte Pluspunkt die internationale Gruppe. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg, gemeinsame Projekte und die gegenseitige Unterstützung machen für mich einen riesigen Unterschied. Gleichzeitig erlebe ich viele Kolleg:innen als unglaublich wohlwollend und menschlich. Kleine Gesten wie ein Genesungspaket sagen manchmal mehr als große Worte.
Mit welchen Herausforderungen bist du in deiner Rolle als Führungskraft besonders konfrontiert worden?
Eine meiner größten Herausforderungen war der Start. Ich kam ohne tiefen technischen Hintergrund in ein sehr technisches Umfeld. Viele konnten sich nicht vorstellen, dass eine Führungskraft eben nicht die beste Technikerin sein muss. Ich musste erklären, zeigen und vorleben, dass meine Aufgabe Führung ist: Orientierung geben, Entscheidungen treffen, zuhören, moderieren. Das hat etwas Zeit gebraucht, aber als wir uns gegenseitig verstanden haben, lief es richtig gut.
Eine andere große Herausforderung war, als ich von einem auf den anderen Tag zusätzlich zu meinem Team ein weiteres großes Team dazubekommen habe und parallel noch Aufgaben für die Gruppe übernommen hatte. Beide Teams hatten unterschiedliche Themen und Stimmungen und teilweise auch schwierige Phasen hinter sich. Plötzlich war ich für deutlich mehr Menschen verantwortlich. Diese Zeit war sehr intensiv, aber sie hat mich unglaublich viel gelehrt und mich als Führungskraft wachsen lassen.
Welche Momente haben dich in deiner Führungsposition am meisten stolz gemacht?
Ich tue mich immer etwas schwer mit dem Wort „stolz“, aber auf mein Connectivity-Team bin ich es jeden einzelnen Tag. Was wir gemeinsam in den letzten anderthalb Jahren aufgebaut haben, von Vertrauen über Mindset bis zur Zusammenarbeit, macht mich wirklich glücklich.
Was macht die Arbeit als Woman in IT bei Proact so besonders?
Als Frau in der IT habe ich bei Proact schnell gemerkt: Am Ende zählt nicht, welches Geschlecht man hat, sondern wie man arbeitet und wie man miteinander umgeht. Klar, am Anfang, was bei mir schon paar Jahre her ist, gab es Vorbehalte. Eine Frau ohne tiefen technischen Hintergrund in einer Führungsrolle passt für manche nicht sofort ins Bild. Aber sobald die Leute verstanden haben, wie ich ticke, was ich kann und wie ich führe, ist das komplett in den Hintergrund gerückt.
Besonders schön finde ich, dass ich hier wirklich als Mensch gesehen werde: wertschätzend, offen und auf Augenhöhe. Ganz egal, aus welcher Ecke man fachlich kommt. Und obwohl es eine sehr männerdominierte Umgebung ist, fühle ich mich nicht wie „die Frau in der IT“, sondern als Teil eines Teams, das gemeinsam wachsen will.